Was kommt Ihnen zuerst in den Sinn, wenn Sie an den Gargano denken? Sicherlich die köstlichen Spezialitäten dieser Region, das intensive und variable Azurblau des Meeres und des Himmels, die tausenden Nuancen der grünen Landschaft. Nicht zu vergessen ist die ausgeprägte Religiosität, die schon immer den Gargano, der auch “Montagna del sole” (Berg der Sonne) genannt wird, seit antikster Zeit charakterisiert hat: und in der Tat gibt es in der Gegend zahlreiche Ziele für religiöse Pilger.
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San Pio da Pietrelcina
Das Charisma und der Ruf von
Pater Pio, der damals unter seinem Geburtsnamen Francesco Forgione bekannt war, haben zahlreiche Gläubige an den
Gargano gezogen, die nach
San Giovanni Rotondo gepilgert sind. Sie sahen in ihm eine spirituelle Leitfigur, sowie einen großartigen Wundertäter, der für sie in sehr schwerwiegenden Fällen die letzte Hoffnung darstellte.
Eine Anhängerschaft, die praktisch niemals aufhörte, sich auszubreiten. Sie riss auch nicht in den 20er und 30er Jahren des 20. Jahrhunderts ab, als das Sanctum Officium die Authentizität der
Wundmale und der
Pater Pio zugewiesenen
Wunder bezweifelte und ihm verbot, die Messe zu feiern.
Die Restriktionen wurden formal im Jahr 1944 zurückgezogen, aber bis zum Jahr 1968, das Todesjahr von Pater Pio, blieb die Figur diesen Paters strittig, der von den Gläubigen sehr geliebt, aber von der Kirche oftmals angefechtet wurde.
Ein wichtiger Moment der Versöhnung war hingegen 2002, als nach den verschiedenen Kanonisationsverfahren der
Papst Johannes Paul II die Ehre hatte,
Pater Pio von Pietrelcina heilig zu sprechen.
Die neue Kirche von Pater Pio
Die große Anhängerschaft hat zu einer steigenden Anzahl von Besuchern der
heiligen Orte und Kultstätten geführt, die mit
Pater Pio in Verbindung stehen. Somit war die
Kirche Santa Maria delle Grazie nicht mehr ausreichend. Aus diesem Grund kam man den Anforderungen der Pilger, die immer zahlreicher nach
San Giovanni Rotondo strömten, entgegen. Der Kapuzinerorden hat den Bedarf geäußert, eine neue Kirche zu errichten.
Das Projekt wurde dem weltbekannten
Architekten Renzo Piano anvertraut, ein regelrechter Start-Architekt. Nach zehn Jahren Arbeit wurde das Gebäude im Jahr 2004 eingeweiht. Es hat eine runde Form und macht somit dem Namen der Stadt alle Ehre; sie ist nicht nur der wichtigste
Kultort von dem Heiligen Pater Pio, sondern auch eine Attraktion für alle
Architekturinteressierten.
Der massive und strukturelle Gebrauch des Steins von Apricena; das moderne Design; das Fehlen des Tabernakels im Altarraum, der Gebrauch von Kupfer (er verleiht die typische grüne Farbe) für die Decke der Kirche sind alles noch offene Fragen, die immer wieder zu Debatten führen.
Kritiken und Komplimente gibt es von allen Seiten, aber sicherlich gibt es viele Gründe einen Ausflug nach San Giovanni Rotondo, während Ihres nächsten Urlaubs in Vieste zu unternehmen, um die Orte von Pater Pio und die neue von Renzo Piano geplante Kirche zu entdecken.